Hingawali

Über das Leben in der Region Hingawali

Kurz erklärt

Während des 16-jährigen Bürgerkrieges, ab 1976, verließen ca.2 Millionen Einwohner aus dem Nachbarland Mosambik ihre Heimat.  Viele siedelten sich im Süden Tanzanias an.Sie mussten dabei nur den Grenzfluss Rovuma überqueren. Dort konnten Sie zwischen den Provinzen Mtwara und Lindi bei ihrem Volksstamm Makonde in den vorhandenen Dörfern ihre neuen Hütten bauen. Hier liegt das Missionsgebiet der Benediktiner, die dort ein großes Kloster in Ndanda unterhalten, zu denen damals Schulen und Pfarreien gehörten. 

Da es auf dem Makonde-Plateau (Region Mtwara) keine Quellen und Bäche gibt, steht nur Regenwasser zur Verfügung. Die Leute sammeln es in Erdlöchern oder holen es von weit entfernten Wasserstellen (ca. 15 km).

In der Vergangenheit wurden von den Europäern großzügige Gebäude, Amtssitze, Pfarrhäuser und Klosteranlagen in Tanzania errichtet. Mit dem Unterhalt dieser Anlagen sind die einheimischen Diözesanpfarrer ohne Kirchensteuer überfordert. Auch in der Pfarrei Hingawali hatte Pater Bernhard Hofmann mehrere Gebäude errichtet. Nach seinem Tod 2010 versucht nun der Förderverein den einheimischen Pfarrer zu unterstützen und der armen Landbevölkerung zu helfen.

Durch ständige Kontakte über das Internet besteht im Augenblick immer wieder die Möglichkeit die Aktivitäten zu kontrollieren. Für den Verein ist es wichtig, dass die Bevölkerung Eigeninitiative entwickelt und die Projekte in die Zukunft trägt.

Über die Anfänge der Missionsstation

Im Jahr 1980

Pater Bernhard Hofmann, Priester, Lehrer und Schulinspektor in Lindi, übernahm 1980 die Aufgabe für die christlichen Neuankömmlinge eine Missionsstation in Hingawali, zwischen den beiden Städten Mtwara und Lindi, aufzubauen. Hingawali liegt zentral an der Fernstraße. 

Zu der Pfarrei wurden insgesamt 11 Außenstationen gegründet.

In den Folgejahren wurden durch Spendengelder, hauptsächlich aus der Umgebung von Ochsenfurt, der fränkischen Heimat von Pater Bernhard, feste Gebäude, mit Pfarrhaus, Kirche und Gemeindehaus errichtet.

Jede Außenstation erhielt eine stabile Kapelle aus Blech. Für die weiten Wegen zu den Gemeindemitgliedern stand ein Landrover und ein Motorrad zur Verfügung.

Ab dem Jahre 2005 erfolgte durch P. Bernhard der weitere Ausbau der Station. Er errichtete eine große Rundkirche, ein neues Pfarrhaus mit Garage und Vorratsräume. Aus gesundheitlichen Gründen musste der Priester 2010 seine Pfarrei an den einheimischen Diözesanpriester Andreas Mihulu übergeben und starb kurze Zeit später beim Baden im Indischen Ozean.

Durch die Übergabe der Pfarrei wurden durch das Kloster Ndanda alle Wertgegenstände, d.h. Auto und Motorrad, eingezogen.

Erste Projekte werden durch die Region finanziert

Ab 2011

Anton Fach besuchte Pater Bernhard ab 1985 mehrmals und es entwickelte sich eine freundschaftliche Verbindung. Nach dem Weggang des Paters besuchte A. Fach die Missionsstation erneut im Jahre 2011. Dabei erfuhr er von Pfarrer Andreas, dass eine seelsorgerische Betreuung der Außenstationen ohne Fahrzeug sehr beschwerlich und in der Regenzeit unmöglich wäre. Durch die großzügigen Spenden von Gönnern konnte unverzüglich ein geländegängiges Motorrad beschafft werden. 

Gemeindemitglieder bitten um Kindergarten

Da auf der großen Station viele Gebäude ungenutzt blieben, trugen die Frauen der Gemeinde die Bitte an den Pfarrer heran, einen Kindergarten ins Leben zu rufen und dafür um Unterstützung aus Deutschland zu werben. Diesen Wunsch nahm der Vorsitzende des Fördervereins für Misssionsarbeit Anton Fach gerne mit in die Heimat.

Walldürner Sternsinger unterstützen die Projekte in Hingawali

Im Jahre 2012 erging der Antrag an die Sternsinger in Aachen, dieses Projekt zu unterstützen. Dies wurde auch genehmigt. Bei der darauf folgenden Sternsingeraktion sammelten die Walldürner Ministraten11.000 €, die auch an das Kindergarten-Projekt Hingawali weitergeleitet wurden. 

Beim Besuch im Jahr 2014 konnte der Vorsitzende gemeinsam mit Pfarrer Andreas 2 Kindergärtnerinnen und eine Köchin anstellen und die Gebäude mit Mobiliar ausstatten. 

Betreuungseinrichtung gut besucht

Aktuell

Mit momentan 80 Kinder, darunter viele aus armen Familien und Waisenkinder, ist diese Betreuungseinrichtung gut besucht. Diese Einrichtung ist ein soziales Aushängeschild der Pfarrei Hingawali und sollte auch weiterhin durch Spenden unterstützt werden.

Gerade Großeltern, die zum Teil mehrere Enkelkinder ernähren müssen und Waisenkinder profitieren davon. Unabhängig der religiösen Zugehörigkeit haben die Kinder damit auch den ersten Zugang zu Bildung und einem warmen Essen am Tag.

Kinder im Kindergarten Hingawali

In den letzten 10 Jahren ist die Anzahl der Katholiken in der Pfarrei Hingawali stark gewachsen und die kleinen Blechkapellen sind zu eng geworden. Dazu kam noch, dass die Regierung in 3 Orten der Pfarrei Sekundarschulen eingerichtet hat. Dort werden jeweils ca. 500 Kinder unterrichtet.

Bereits zahlreiche Projekte unterstützt

Durch die Mithilfe der Mitchristen in Madangwa, sowie durch Spenden unseres Vereins konnte dort im Jahre 2018 eine neue Kirche erbaut werden.

Auch in der Ortschaft Nachungu konnte in der Nähe der Schule eine neue Kirche errichtet werden. Die Materialkosten über 22.000 €übernahm Missio Aachen. Die Arbeiten erledigten einheimische Handwerker und Gemeindemitglieder.

Im selben Jahr gelang es noch den langersehnten Wunsch der Pfarrei zu erfüllen. Nach vielen gestellten Anträgen wurde durch die MIVA (österreichische christliche Vereinigung) dem Antrag stattgegeben. Die Pfarrei durfte sich auf ein geländegängiges Fahrzeug freuen. Ein Toyota Hilux Double Cabin wurde in Südafrika gekauft und nach Tanzania ausgeliefert. Dafür stellte die MIVA 11.125 € zur Verfügung und die Diözese Würzburg beteiligte sich mit einem Betrag von 10.000 €. Der Restbetrag über 3.000 € wurde vom Förderverein über Spenden aufgebracht. Dieses Fahrzeug steht nun der Pfarrei Hingawali zur Verfügung.

MIVA_Fahrzeugbeschaffung
Beschaffung eines Fahrzeug für Hingawali (links nach rechts: Andreas Fach, Pfarrer Gerald (Hingawali), Bruder Tansania, Ludwig Brünner, Anton Fach)

Für den Unterhalt muss die Pfarrgemeinde durch die sonntägliche Spendensammlung selbst aufkommen. Da es in Tanzania keine Kirchensteuer gibt, finanzieren die Gemeindemitglieder ihren Pfarrer und Katecheten durch ihre sonntäglichen Gaben (Geld bzw. Naturalien).

Projektübersicht

Was bereits durch Spenden aus unserer Region ermöglicht wurde

Hingawali



Madangwa

Naschungu

  • 7 Wassertanks (je 5000 l)
  • Elektrifizierung Pfarrhaus , Kirche , Wohnaus (inkl. Innenausstattung)
  • Errichtung Hütte mit Blechdach für einen schwerstbehinderten Familienvater
  • Bezahlung der Operation für ein Mädchen mit Klumpfuß
  • 2 Wassertanks für Schulen (5000 l.)
  • 2 Wassertanks für Schulen (5000l)

Außenstationen mit Entfernungen der Pfarrei

AußenstationEntfernung
Mnolela6 km
Madangwa6 km
Tutajaribu14 km
Ruhokwe15 km
Simana20 km
Namunda22 km
Napunga25 km
Sudi25 km
Mnenguro30 km
Nachungu35 km
Sinde42 km

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